Honig, der zum Verzehr bestimmt ist – und das ist er in den meisten Fällen – unterliegt dem Lebensmittelrecht, welches die Produktion und Behandlung von Lebensmitteln im Allgemeinen und Honig im Speziellen regelt. Das Lebensmittelrecht findet aber auch Anwendung auf andere Bienenprodukte, wenn diese ebenfalls zum menschlichen Verzehr (Lebensmittelrecht) oder tierischen Verzehr (Futtermittelrecht) bestimmt sind. Hier sind zu berücksichtigen Pollen, Gelée royale und Propolis (z.B. in Form von Propolis-Bonbons). Die Ziele des Lebensmittelrechts sind zum einen der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, zum anderen die Regelung der Qualitätsanforderungen sowie des Wettbewerbs. Das Lebensmittelrecht leistet damit einen Beitrag gegen Honigpanschereien und Fehldeklarationen.
Im Zuge der Vereinheitlichung des europäischen Binnenmarktes hat sich die Bundesregierung 2002 einer Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit unterworfen (EFSA, VO EG Nr. 178/2002), welche verschiedene Vorschriften erlassen hat, die auch für Honig und andere Bienenprodukte Gültigkeit haben.

Auf EU-Ebene gilt z.B. die Verordnung Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, kurz LebensmittelinformationsVO (VO = Verordnung), welche ebenfalls unmittelbar national geltendes Recht darstellt und unter anderem die Lebensmittelkennzeichnung novelliert. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Verpflichtungen zur Kennzeichnung von Bienenprodukten sich daraus ergeben. Denkbar wäre zum Beispiel das Anbringen einer Nährwerttabelle am Honigetikett.

Auf nationaler Ebene gilt seit dem 7. September 2005 das „Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch“ (LFGB), welches nicht nur für die als Lebensmittel eingesetzten Bienenprodukte gilt, sondern auch für die als Pflegemittel und Kosmetika deklarierten, wie Propolis-Mundspüllösung, Honigseife und andere. Diese fallen alle unter den Begriff „Bedarfsgegenstände“. Hauptanliegen des LFGB ist der Gesundheits- und Täuschungsschutz.

Die Umsetzung von mehreren von der EU erlassenen Hygienerichtlinien stellen die LebensmittelhygieneVO (VO = Verordnung), die Tierische LebensmittelhygieneVO und die Tierische LebensmittelüberwachungsVO dar. Da es sich bei Honig, Gelée royale und Pollen um Lebensmittel tierischen Ursprungs handelt, werden Imker von den Veterinärämtern stichprobenartig kontrolliert. Es werden beispielsweise Honigproben eingefordert und analysiert. Diese Probennahme geschieht nicht freiwillig, sondern wird amtlich angeordnet. Mittels Ermächtigung durch das LFGB haben verschiedene Bundesministerien weitere Verordnungen erlassen. In Bezug auf die Bienenprodukte sind hier zu nennen: Die FertigverpackungsVO regelt unter anderem die Füllmengen beruhend auf dem Eichgesetz. Die LebensmittelkennzeichnungsVO schreibt die Mindestangaben bezüglich der Etikettierung vor.

Schließlich gibt es noch die Honigverordnung vom 16.01.2004, die mit weiteren speziellen Vorschriften zum Lebensmittel Honig aufwartet. In erster Linie liefert die HonigVO klare Definitionen rund um den Begriff Honig und gibt die Qualitätsanforderungen vor. Auch die HonigVO in der aktuellen Fassung entstand als Umsetzung einer europäischen Richtlinie, der so genannten Richtlinie über Honig EG Nr. 110/2001. Absatz 12 der Präambel dieser Richtlinie verbietet es den Mitgliedsstaaten, über diese Richtlinie hinausgehende Rechtsvorschriften zu erlassen.
Die Qualitätsanforderungen für Honig in den „Bestimmungen zu den Warenzeichen des DIB“ (Deutscher Imkerbund) gehen über die Forderungen der HonigVO hinaus, die Nutzung des Warenzeichens ist jedoch freiwillig. Im Wesentlichen gelten strengere Kriterien in Bezug auf Wassergehalt, Invertase (Sacharase), Diastase-Zahl und Hydroxymethylfurfuralgehalt (HMF).

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