Was Honig ist und welche Eigenschaften er haben muß, definiert die deutschen HonigVO (Verordnung) von 2007. Dort heißt es in Anlage 1 Abschnitt I: „Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen." Die HonigVO wurde als Umsetzung der Richtlinie 2001/110/EG des Europarates erlassen und spiegelt in ihren Qualitätsanforderungen diese wieder. Sie schreibt aber auch vor, das einem Produkt, das unter der Bezeichnung Honig vermarktet wird werde Stoffe hinzugefügt noch entzogen werden dürfen. Hier spielen insbesondere die Ultrafiltration und die nachträgliche Trocknung eine Rolle.

Die Richtlinie 2001/110/EG erwähnt enge Zusammenhänge zwischen der Qualität des Honigs und seiner Herkunft. Damit den besonderen Interessen der Verbraucher bezüglich der geographischen Merkmale von Honig Rechnung getragen wird, ist es erforderlich, dass das Ursprungsland, in dem der Honig erzeugt wurde, auf dem Etikett angegeben wird und so der Verbraucher nicht über die Qualität des Erzeugnisses irregeführt wird.



Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes
Über die bisher geschilderten Qualitätsanforderungen aus dem EuAB und der HonigVO gehen die Anforderungen des Deutschen Imkerbundes (DIB) deutlich hinaus. Wer seinen Honig unter dem Warenzeichen des DIB vermarkten möchte muss sich schriftlich zur Einhaltung der Warenzeichensatzung (Bestimmungen zu den Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes e.V. 2008) verpflichten. Die Qualitätsanforderungen für deutschen Honig unter den Warenzeichen des D.I.B. sind:
Invertaseaktivität von mindestens 64 U/kg (Methode nach Siegenthaler). Diese ist ein wesentlich empfindlicherer Indikator für Wärme- und Lagerungsschäden als die Diastasezahl aus der HonigVO.
HMF-Gehalt max. 15 mg/kg (vgl. HonigVO 40 mg/kg)
Wassergehalt max. 18%  (vgl. HonigVO 20%)

Weiterhin darf Honig nicht unter dem DIB Label vermarktet werden, wenn die Bienen mit ausländischem Honig gefüttert wurden oder die betreffenden Honige Trachtanteile ausländischer Herkunft enthalten, was Verfälschungen durch gefilterten Honig einschließt.

Zertifizierung als Biohonig
Die Anforderungen der einzelnen Bioverbände gehen wiederum über die EG-Öko-VO hinaus und unterschieden sich untereinander in vielen Details. Diese werden im Kapitel „Biologisch Imkern und Rückstandsproblematik“ ausführlich erläutert. Es handelt sich hierbei nicht nur um Aspekte der Honigqualität. Obwohl die Freiheit von Rückständen und Schadstoffen eine große Bedeutung hat, geht es auch um artgerechte Haltungsformen bzw. bienengerechte Betriebsweisen und die Verantwortung den Mitgeschöpfen gegenüber.

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