Myxomatose und hämorrhagische Krankheit (RHD) sind gefürchtete Viruskrankheiten des Kaninchens. Diese Seuchen werden immer wieder von Wildkaninchen auf Hauskaninchen übertragen.  Zuchtkaninchen, die auch Ausstellungen besuchen sind gefährdet, sich mit dem Kaninchenschnupfen anzustecken. Auch Wohnungskaninchen brauchen einen Impfschutz, nicht nur Freigänger. Inzwischen gibt es zugelassene Impfstoffe gegen RHD,  Myxomatose und Kaninchenschnupfen.

 

RHD, Rabbit Haemorrhagic Disease oder Chinaseuche

Die RHD ist eine Virusinfektion bei Kaninchen und Hasen. Sie wird auch Chinaseuche genannt, da diese im Jahre 1984 in China das erstemal bei Hauskaninchen entdeckt wurde. Der Erreger dieses Virus ist sehr widerstandsfähig und stark infektiös. Die Übertragung erfolgt direkt von Tier zu Tier, ist aber auch durch indirekten Kontakt möglich. Darunter versteht man, den Kontakt mit dem infizierten Einstreu, Futter aber auch die Übertragung durch parasitierende Insekten.

Der Krankheitsverlauf ist abhängig von der Widerstandskraft des Kaninchens und der Pathogenität des Virus. Die Symptome beim perakuten Verlauf sind: Plötzlicher Tod unter Erstickungskrämpfen – die Tiere schreien oft schrill auf und fallen tot um. Die Symptome beim akuten Verlauf: Die Tiere zeigen 1 bis 5 Tage Unruhe, Benommenheit, Atembeschwerden und hohes Fieber. Blaufärbungen der Schleimhäute und Blutungen aus den Körperöffnungen sind meistens die Endstadien dieser Virusinfektion. (Abb.: Nasenbluten bei RHD)

Zur Prophylaxe stehen Impfstoffe zur Verfügung, die dem Kaninchen schon mit der 6. Lebenswoche verabreicht werden können. Der Impfrhythmus ist bei jedem Impfstoff unterschiedlich, daher sollte man sich ausgiebig bei seinem Tierarzt vorab informieren.

 

ACHTUNG: Seit 2016 breitet sich ein neues RHD-Virus seuchenartig in Deutschland aus und erfordert neue kürzere Impfintervalle! Details zum RHD 2 Virus hier.

 

Myxomatose

Auch hier handelt es sich um eine hochansteckende Virusinfektion der Kaninchen und Hasen, die mit Unterhautschwellungen im Bereich des Kopfes und anderer Körperregionen verbunden ist. Der Erreger kann bis zu mehreren Monaten in der Umwelt überdauern. Dieses Virus ist mit dem Pocken-Virus verwandt. Die Übertragung findet durch alle Körpersekrete statt. So auch durch das Beschnuppern oder Berühren erkrankter Tiere. Weiter kann dieses Virus durch stechende, blutsaugende Insekten und durch kontaminiertes Heu und Grünfutter übertragen werden.

Die ersten Anzeichen sind meist zugeschwollene Augenlider und das Anschwellen des gesamten Kopfes. Apathie, Appetitlosigkeit, Benommenheit und Kräfteverfall gehören auch hier zu den Symptomen. (Abb: schwerste Entzündungen und Schwellungen im Kopfbereich, "Löwenkopf")

Eine Prophylaxe ist auch hier durch eine Impfung möglich, die mit der 4. – 6. Lebenswoche gestartet werden kann. Wiederholungsimpfung nach ca. 4 Wochen. Bei hohem Infektionsdruck ist eine Nachimpfung alle 4 – 6 Monate zu empfehlen.

Kaninchenschnupfen

Der Schnupfen der Kaninchen ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege. Leider kann auch diese Krankheit tödlich enden und verursacht in größeren Beständen erhebliche Verluste. Diese Erkrankung kommt oft durch mehrere Erreger zu stande. Dazu zählen Pastorellen und Bordetellen. Solch eine Infektion wird Mischinfektion genannt. Die Übertragung findet durch indirekten und direkten Kontakt statt.

Die Symptome sind anfangs meist unspezifisch. Nasen- und Augenausfluss aber auch Fieber sind die ersten Anzeichen. Im späteren Verlauf werden die unteren Atemwege und Bronchien befallen und es entwickeln sich somit Entzündungen, die chronisch, schleichend über die Jahre fortschreiten und zum Tode des Tieres führen können.

Eine Impfung gegen diese Kaninchenkrankheit empfiehlt sich dann, wenn die Tiere in größeren Beständen gehalten werden oder es sich um Ausstellungstiere mit wechselndem Kontakt zu Artgenossen handelt.

 


                                                               

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